Rückenschmerzen bei Kindern


Bewegung hält den Rücken gesund
Rückenschmerzen bei Kindern

Rückenschmerzen zählen inzwischen zu den häufigsten Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Die Stiftung Kindergesundheit informiert über Ursachen und verrät Maßnahmen für die Rückengesundheit.

Rückschmerzen gelten als typisches Erwachsenenleiden. „Inzwischen haben jedoch mehrere große Untersuchungen ergeben, dass Rückenschmerzen auch bei Kindern und Jugendlichen ein weit verbreitetes Phänomen sind und in den letzten Jahren massiv zugenommen haben“, berichtet der Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Was steckt hinter diesem so rasant zunehmenden Problem?

Wirbelsäulenveränderungen ausschließen lassen

Bei etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Rückenschmerzen liegt eine Wirbelsäulenveränderung zugrunde, zum Beispiel eine Skoliose (seitlich verkrümmte Wirbelsäule) oder ein Morbus Scheuermann (Verknöcherungsstörung der Wirbelsäule). Bei beiden Erkrankungen ist die Behandlung umso erfolgsversprechender, je früher sie beginnt. Regelmäßige Rückenschmerzen sollten deshalb zu einem Kinder- und Jugendarzt führen, um eine Wirbelsäulenerkrankung abzuklären.

Kinderrücken leiden unter Bewegungsmangel

Bei der Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit Rückenschmerzen besteht jedoch keine krankhafte Wirbelsäulenveränderung. Kinder- und Jugendärzte vermuten hier andere Gründe für die Rückenbeschwerden, etwa Fehlhaltungen und Bewegungsmangel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche eine moderate bis starke Aktivität über mindestens 60 Minuten pro Tag – im Idealfall an mindestens fünf Tagen pro Woche. Dieser Richtwert wird in Deutschland gegenwärtig nur von 27,5 Prozent der 3- bis 17-Jährigen erreicht. Je älter die Kinder, umso geringer ihre Alltagsaktivität. Eine gewichtige Rolle dabei spielen moderne Medien. Smartphone, PC, Fernseher und PlayStation beanspruchen immer mehr Zeit von Kindern und Jugendlichen. Das viele Sitzen belastet den Rücken und begünstigt die Entwicklung von Übergewicht. Die Stiftung Kindergesundheit appelliert deshalb an alle Eltern, Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren.

Tipps für eine gesunde und rückenfreundliche Entwicklung von Kindern

  • Die Freizeit aktiv gestalten! Lieber mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen, anstatt das Auto zu benutzen. Gemeinsame Spiele und Ausflüge mit dem Nachwuchs machen Spaß und bereichern Gesundheit und Familienleben gleichermaßen.
  • Einen ergonomischen Schulranzen kaufen! Der Ranzen sollte eng am Körper anliegen und über ein rutschfestes Rückenteil verfügen sowie über mindestens vier Zentimeter breite und gepolsterte Tragegurte. Schwere Inhalte in körpernahen Fächern verstauen und keinen unnötigen Ballast mitschleppen, sondern den Inhalt täglich neu packen.
  • Spielpartner organisieren oder Sportvereinen beitreten. Wer allein spielt, bewegt sich wenig. Sportvereine fördern Freundschaften und soziale Kontakte. In der Regel findet jedes Kind eine Sportart, die es mag.
  • Den Medienkonsum der Kinder kontrollieren und begrenzen. Für Grundschulkinder genügt eine Stunde Fernsehen, Internet oder DVD am Tag. Dauert ein Film mal länger, wird dafür an einem anderen Tag auf das Medium verzichtet. Filme und Sendungen am besten im Vorfeld gemeinsam mit dem Kind auswählen.

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