Asthma-Risiko bei Kindern prüfen


Neue Diagnose-Methode entwickelt
Asthma-Risiko bei Kindern prüfen

Viele Kleinkinder haben dauernd Husten oder ihr Atem klingt bei einer Erkältung pfeifend und keuchend. Diese Kinder müssen oft zum Arzt oder ins Krankenhaus und bekommen Antibiotika oder Asthma-Sprays. Doch ist das nötig? Eine neu entwickelte Methode der Universität Bern hilft Ärzten festzustellen, ob ihre kleinen Patienten an Asthma leiden.

Atemnot nicht gleich Asthma

Nicht alle Kleinkinder, die häufig an Husten oder erschwerter Atmung leiden, entwickeln später eine chronische Asthma-Erkrankung. Oft sind die Symptome vorübergehend und verschwinden nach dem Vorschulalter. Wenn die behandelnden Ärzte das Risiko vorhersagen, können sie die Behandlung gezielter wählen. Besorgte Eltern lassen sich einfacher beruhigen und die richtigen Kinder in Forschungsprojekte einschließen.
Eine entwickelte Forschergruppe um Claudia Kühni vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (ISPM) eine Methode, die es ermöglicht, bei kranken Vorschulkindern das spätere Asthma-Risiko einfach und zuverlässig abzuschätzen. Die Forschenden werteten dafür Daten von über 1.000 ein- bis dreijährigen Kindern aus, die wegen häufigem Husten oder pfeifender Atmung ihren Arzt besuchten. Basierend auf den Symptomen der Kleinkinder erstellte die Forschergruppe ein statistisches Modell, um das Erkrankungsrisiko zu bestimmen.

Einfach, verlässlich und kostengünstig

Die Berner Methode ist nicht-invasiv, also nicht von Bluttests oder anderen Laboruntersuchungen abhängig. "Wichtig für uns war, ein standardisiertes Instrument zu haben – welches nicht nur für die untersuchte Stichprobe, sondern möglichst für alle Kleinkinder mit Atemwegsbeschwerden gültig ist", erklärt Aniña Pescatore vom ISPM.

Von den untersuchten Kleinkindern mit chronischem Husten und pfeifender Atmung hatten nur 345 im Schulalter Asthma – dies entspricht 28 Prozent. Das Berner Vorhersage-Modell besteht aus zehn Faktoren, die auf einer Skala maximal 15 Punkte ergeben können. Die Faktoren umfassen Geschlecht, Alter und Asthma der Eltern, vor allem aber eine genaue Beschreibung der vorhandenen Beschwerden. Die Methode ist einfach, jeder Kinderarzt oder jede Hausärztin kann sie innerhalb weniger Minuten anwenden. Dabei ist sie aussagekräftiger als bisherige Modelle. Das Berner Modell bietet somit eine unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit, das spätere Asthma-Risiko bei Kleinkindern zu bestimmen.

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